(display processes sorted, e.g. by CPU usage)
Zur Überwachung von POSIX-Prozessen oder zur Problemdiagnose kann mit top eine Liste aller POSIX-Prozesse ausgegeben werden, die nach CPU-Auslastung oder anderen Prozesseigenschaften sortiert ist.
Die Funktionsweise von top unterscheidet wesentlich sich je nach Typ der Standard-Ausgabe (stdout):
- Die Standard-Ausgabe ist kein Terminal:
- top erfasst für die Dauer des angegebenen Messintervalls Daten, gibt die Prozessliste aus und beendet sich danach.
- Die Anzahl der Prozesse in der Liste und die Breite einer Ausgabezeile sind unbegrenzt.
- Die Standard-Ausgabe ist ein BS2000-Blockterminal:
- top erfasst für die Dauer des angegebenen Messintervalls Daten, gibt die Prozessliste aus und beendet sich danach.
- In der Liste werden maximal 18 Prozesse angezeigt, sodass die gesamte Ausgabe auf dem Terminal ohne Überlauf angezeigt werden kann.
- Die Breite einer Ausgabezeile ist auf maximal 79 Zeichen begrenzt, um Zeilenumbrüche zu vermeiden.
- Die Standard-Ausgabe ist ein Zeichen-Terminal:
- top erfasst für ein kurzes Intervall (ca. 1 Sekunde) Daten und gibt die Prozessliste aus. Solange der Anwender top nicht beendet, werden entsprechend dem angegebenen Messintervall periodisch Messdaten erfasst und die Anzeige der Prozessliste aktualisiert.
- Die Spalte, nach welcher die Prozessliste sortiert ist, wird hervorgehoben dargestellt.
- Die maximale Anzahl der Prozesse in der Liste und die Breite einer Ausgabezeile werden durch die Geometrie des Terminalfensters begrenzt. top erkennt dynamische Änderungen der Fenstergeometrie und passt seine Ausgabe daran an. Das Terminalfenster muss mindestens 80 Spalten und 24 Zeilen haben, andernfalls beendet sich top mit einer Fehlermeldung.
- Der Anwender kann das Verhalten von top interaktiv mit Kommandos steuern.
Standardmäßig führt nur der POSIX-Verwalter (Superuser) top mit Superuser-Berechtigungen aus, was Voraussetzung für die Anzeige aller POSIX-Prozesse ist.
Sollen auch andere Benutzer top mit Superuser-Berechtigungen ausführen dürfen, kann der POSIX-Verwalter diesen Benutzern erlauben "sudo top ..." auszuführen (siehe sudo, sudoers).
Alternativ kann der POSIX-Verwalter nach der Installation von POSIX-BC dem Kommando das S-Bit zuweisen (mittels: chmod +s /sbin/top), sodass alle Benutzer top mit Superuser-Berechtigungen ausführen.
Syntax
top[ -i interval][ -o order][ -r][ -u username][ -s] |
Keine Option angegeben top gibt die Liste der Prozesse sortiert nach CPU-Auslastung in absteigender Reihenfolge aus. Das Messintervall beträgt 5 Sekunden.
Diese Option legt die Länge eines Messintervalls in Sekunden fest (minimal 1, maximal 60, Standardwert 5).
Diese Option legt die Prozesseigenschaft fest, nach welcher die Liste sortiert werden soll. Eine der folgende Prozesseigenschaften kann angegeben werden, wobei nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden wird:
Diese Option legt die umgekehrte Sortierreihenfolge fest. Standardmäßig wird die Prozessliste absteigend nach der ausgewählten Prozesseigenschaft sortiert.
Diese Option erfordert Superuser-Berechtigungen. Sie legt fest, dass nur Prozesse des angegebenen Benutzers angezeigt werden. Standardmäßig werden Prozesse aller Benutzer angezeigt.
Diese Option erfordert Superuser-Berechtigungen. Sie legt fest, dass auch Systemprozesse (System-Tasks) angezeigt werden. Standardmäßig werden nur Benutzerprozesse (Benutzer-Tasks) angezeigt.
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Ausgabe
Der Ausgabebildschirm von top besteht aus folgenden Zeilen:
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Die Prozessliste besteht aus folgenden Spalten:
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Interaktive Kommandos
Im interaktiven Modus, d.h. falls die Standard-Ausgabe ein Zeichen-Terminal ist, stehen folgende Kommandos zur Verfügung:
(*) Diese Kommandos sind nur mit Superuser-Berechtigungen verfügbar. | |||||||||||||||||||||||||
Fehlermeldungen
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Internationale Umgebung
Die folgenden Umgebungsvariablen beeinflussen die Ausführung des Kommandos top: LANG Gibt einen Standardwert für die Variablen für die internationale Umgebung an, die nicht gesetzt oder Null sind. Ist LANG nicht gesetzt oder Null, wird der entsprechende Standardwert der internationalen Umgebung verwendet. Enthält eine der Internationalisierungsvariablen eine ungültige Einstellung, verhält sich das Kommando so, als sei keine der Variablen definiert worden. |
Beispiel 1
Ausgabe der Prozessliste auf einem BS2000-Block-Terminal:
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Beispiel 2
Ausgabe der Prozessliste auf einem Zeichen-Terminal:
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Beispiel 3
Hilfe-Bildschirm im interaktiven Modus (Kommando 'h'):
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Siehe auch
| ps, pstree |