Standardmäßig wartet snmpd auf eintreffende SNMP-Anforderungen auf allen IPV4-Adressen an UDP-Port 161 (Listening-Adresse). Dieses Verhalten lässt sich jedoch ändern, indem eine oder mehrere Listening-Adressen als Optionen an snmpd übergeben werden.
Eine Listening-Adresse hat folgendes Format:
[<transport-specifier>:]<transport-address>
Im einfachsten Fall besteht eine Listening-Adresse nur aus einer Portnummer,d.h. snmpd wartet auf allen IPv4-Adressen an diesem UDP-Port.
Andernfalls wird die Angabe <transport-address> wie folgt analysiert:
Transport-Addressen-Format
udp (Standard) | hostname[:port] oder IPv4-address[:port] |
tcp | hostname[:port] oder IPv4-address[:port] |
unix | pathname |
udp6 oder udpv6 oder udpipv6 | hostname[:port] oder IPv6-address[:port] |
tcp6 oder tcpv6 oder tcpipv6 | hostname[:port] oder IPv6-address[:port] |
Bitte beachten Sie, dass für die Zeichenketten <transport-specifier> die Groß/Kleinschreibung nicht relevant ist, d.h. beispielsweise sind "tcp" und "TCP" äquivalent.
Hier sind einige Beispiele mit Erläuterung:
127.0.0.1:161
wartet an UDP-Port 161, aber nur auf der loopback-Adresse. Dies verhindert, dass snmpd von remote aufgerufen werden kann.
TCP:1161
wartet auf allen IPv4-Adressen an TCP-Port 1161.
unix:/tmp/local-agent
wartet auf dem Unix-Domänen-Socket /tmp/local-agent.
/tmp/local-agent
ist identisch zur vorherigen Angabe, da automatisch die Unix-Domäne angenommen wird, wenn das erste Zeichen ein „/“ ist.
udp6:10161
wartet auf allen IPv6-Adressen an Port 10161.
Bitte beachten Sie, dass nicht immer alle oben aufgeführten Transport-Domänen verfügbar sind; beispielsweise können Host mit "noIPv6 Support" keine udp6-Adressen verwenden, sodass entsprechende Versuche mit dem Fehler "Error opening specified endpoint" quittiert werden.